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Tipps


Nighthawks in Erlenbach
Nicht New York. Ein Dorf am Zürichsee. Nicht die Greenwich Ave nue. Die Schiffländestrasse. Nicht eine dunkle Strassenecke. Am Wasser. Nicht an einer Bar. In einem Bistro. Nicht mitten in der Nacht. Am frühen Abend. Nicht ein Paar, das sich offenbar nichts (mehr?) zu sagen hat, ein einsamer Mann an der Bar und einer dahinter. Es sind drei Frauen. Nicht Isolation und Entfremdung. Ein bisschen Wärme. Nicht 1942. 2026. Nicht Edward Hopper. Mit dem Handy. Nicht Nighthawks. Ein s
Fredy Wettstein
vor 6 Tagen1 Min. Lesezeit


Gelebtes Leben von Emma Cline
Vielleicht wird man von diesem Buch verführt, es so zu lesen. In Etappen, immer wieder mit Pausen dazwischen. Damit man sich Gedanken machen kann, über gelebtes und jetziges Leben. Mit zwischendurch sehnsüchtigen Blicken in die Unendlichkeit des Meeres, im grellen Sonnenlicht der Insel, manchmal auch unter dunklen Wolken am Himmel. Was kommt noch, was will man noch? Und was von dem, was einmal wichtig war, ist es noch? War es je? Auch solche Gedanken kommen dann. Im Buch geht
Fredy Wettstein
vor 6 Tagen1 Min. Lesezeit


Verführt
Ich kann keine Noten lesen, offenbar kann das auch Ronnie Wood nicht. Doch von ihm später. Ich spielte nie ein Instrument, kann nicht singen, mein rhythmisches Gefühl ist mässig, ich tanze gerne, aber wenig stilvoll, bin eigentlich unmusikalisch. Aber bei Musik schwebe ich, im Kopf, im ganzen Körper. Dann werde ich leicht, manchmal auch melancholisch, nachdenklich. Ich bewege mich in eine andere Welt, vergesse die reale, lasse mich verführen. Wie von einem zarten Regen in ein
Fredy Wettstein
19. Okt.1 Min. Lesezeit


«Für die Vögel» von Silvio Blatter
Dieser Text zu einem Buch ist nicht objektiv. Aber können das Meinungen über Bücher überhaupt sein? Jede und jeder liest und sieht doch bei Büchern wieder etwas anders. Ich kenne Silvio Blatter gut, den Schriftsteller aus Bremgarten. Ich mag ihn, wie er schreibt, wie er Geschichten erzählt, wie er formuliert. Vor vielen Jahren hatten wir ihn gebeten, Kolumnen im Sportteil des Tages-Anzeigers zu schreiben. Ich liebte seine Kolumnen. Eine besonders – und jetzt wird es ganz pers
Fredy Wettstein
18. Okt.1 Min. Lesezeit


Liebe in den Armen
Der Himmel über München um acht Uhr an diesem Sonntagabend ist noch hell, die Sonne aber war untergegangen, als Nick Cave, in einem dunkelblauen, edlen dreiteiligen Anzug, das Hemd weit offen, auf der Bühne am Königsplatz steht. Was heisst: steht? «Get Ready for Love» ruft er uns und singt nun, wir und er sind bereit für die Liebe und für all die Gefühle, die zu ihr gehören, die schönen und die schmerzvollen. Bereit sein dafür, das ist so wichtig in diesen Zeiten. Jedes Konze
Fredy Wettstein
26. Aug.4 Min. Lesezeit


Schwitzen mit den Hosen
24 Stunden zuvor versank Zürich im Wasser. War es abends um acht dunkel und der Himmel schwarz, und die Welt schien unterzugehen, nichts ging mehr in der Stadt. Und jetzt ist er nur blau, brennt die Sonne vom Himmel, über 30 Grad noch, jeder Schritt ein Kampf gegen den Schweiss. Und wir tanzen und hüpfen und springen und wippen. Wir singen oder johlen oder summen oder grölen auch. Und vor allem schwitzen wir. Sind nass. Nicht, weil es regnet, wir sind pflotschnass von diesem
Fredy Wettstein
27. Juni3 Min. Lesezeit


Auf Leonards Spuren
Mit dem Gefühl durch die engen Gassen gelaufen, immer wieder die Treppen, die vielen, vielen hoch, er komme gleich um die Ecke, mit seiner Gitarre umgehängt, vielleicht gar spielend und singend, oder dann Händchen haltend mit seiner Marianne und verliebten Blicken. Oder er sitze unten am Hafen, in der Taverne O Pirates, wo er oft sass, manchmal spielte, manchmal etwas aufschrieb, spät nachts Ouzo trank, oder im Café O Katsikas, so hiess es früher, es soll einst auch ein Lebe
Fredy Wettstein
19. Juni4 Min. Lesezeit


Grönemeyern
Er hüpft. Er schreit. Er redet. Er rennt. Er singt. Er geniesst. Er tanzt. Er quiekt. Er wedelt. Er spielt. Er grölt. Er flitzt. Er twistet. Er dirigiert. Er stampft. Er jodelt. Er schauspielert. Er taumelt. Er klatscht. Er säuselt. Er brüllt. Er lebt (intensiv). Er grönemeyert. Und es war wunderbar. Nach 100 Minuten ging Herbert Grönemeyer am Sonntagabend im Februar von der Bühne, die mitten im Zürcher Hallenstadion aufgebaut war, kam zurück, ging wieder, kam wieder zurück
Fredy Wettstein
19. Juni2 Min. Lesezeit


«Mit linggs» von Pedro Lenz
Es ist WM, auch in Mexiko, auch im Aztekenstadion, und weil damit so manches in den Kopf kommt, über den Fussball von damals, und weil man dabei denkt, es fehlen heute Figuren von einst, auch weil es früher ein Turnier mit weniger Mannschaften war, mit 16 oder 24 und nicht 48, mit weniger Spielern, die man sich merken konnte, aber natürlich vor allem mit einem, und eben Mexiko, eben das Aztekenstadion, dieser 22. Juni 1986, ein Sonntag, Argentinien gegen England: Diego Armand
Fredy Wettstein
17. Juni2 Min. Lesezeit


Wohlfühlen
Wie fühlst du dich? Was für eine Frage! Es kann doch gar keine andere Antwort geben. Hier an diesem Ort. In diesem Haus, umgeben vom Lärchenwald, auf einem Felsen oben über einem schönen Dorf. Auf 1850 m über Meer, mit der Aussicht auf kleine Seen, die Berge, den Schnee, mit einer Sonne, die fast immer scheint, mit dem Geräusch von Pferdekutschen, dem Zwitschern der Vögel in der reinen Frühlingsluft, im Sommer den Kühen auf den nahen Wiesen. Mit dieser Halle – was heisst Hall
Fredy Wettstein
17. März1 Min. Lesezeit


Stolz mit Medaille
Sie sind jung und alt, 14 die jüngsten, um die 90 die ältesten, eine 89-Jährige aus Klosters ist immer dabei, seit es den Anlass gibt, seit 1969. Über 13 000 sind es auch diesmal. Einige sind dünn wie Langlauflatten, andere keuchen, weil ihre Skis doch recht viele Kilos zu viel tragen müssen. Frau und Mann, Jugendliche und Veteranen, und jeder, dünkt einem, wenn man ihnen zuschaut, wieder in einem anderen Laufstil. Einige kostümiert. Manche verbissen (vor Anstrengung). Andere
Fredy Wettstein
7. März1 Min. Lesezeit


Verlorene Heimat
Jasmin, Oliver, Toni, Malik, Antonio, Jenny, Emilija, Martin, Jan, Younes, Ahmad, Balazs, Bar, Ytalo, Martine, Zdenek – ich habe vielleicht noch jemand vergessen. Oder: Sarah, Hans, Katharina, Heinz, Ursi, Walti, Adrian, Irene, Martin, Herby, Yvette, Franziska, Peti, Fritz, Lioba, Pippo, Joe, Murat, Ruedi, Helen, Lizzy, Vanessa, Michi, Urs, Sabine, Walti, Andreas, Michelle, Karen, Pilar, Roger, Sétarée. Es sind Namen. Einige kenne ich besser, andere weniger oder fast gar nic
Fredy Wettstein
2. März1 Min. Lesezeit


Zorniger Boss
Roberto De Niro, andere grosse Schauspieler und Schauspielerinnen, Natalie Portman, Jennifer Aniston oder Edward Norton, auch die Sängerin Billie Eilish, haben sich schon gegen den narzisstischen Möchte-gerne-Weltherrscher aus Washington und Mar-a-Lago positioniert, jetzt tut es auch Rockmusiker Bruce Springsteen . Oder tut es wieder. Weiterlesen
Fredy Wettstein
19. Feb.1 Min. Lesezeit


Grönemeyern
Er hüpft. Er schreit. Er redet. Er rennt. Er singt. Er geniesst. Er tanzt. Er quiekt. Er wedelt. Er spielt. Er grölt. Er flitzt. Er twistet. Er dirigiert. Er stampft. Er jodelt. Er schauspielert. Er taumelt. Er klatscht. Er säuselt. Er brüllt. Er lebt (intensiv). Er grönemeyert. Und es war wunderbar. Nach 100 Minuten ging Herbert Grönemeyer am Sonntagabend von der Bühne, die mitten im Zürcher Hallenstadion aufgebaut war, kam zurück, ging wieder, kam wieder zurück, und am Ende
Fredy Wettstein
19. Feb.1 Min. Lesezeit


Zauberhaft
Sanft fiel er an diesem Dienstag, der Schnee, der sich in diesem Winter so rar machte, und eigentlich freute man sich schon sehr auf den Frühling und noch mehr darauf, was nach ihm kommt, ich habe mir im Kalender die Eröffnung der Badi bereits notiert, mit roter Farbe, im Utoquai ist das schon der 11. April, nur noch 49mal schlafen also, und dann war es doch schön zu sehen, was da vom Himmel zur Erde schwebte, Flocke um Flocke, ganz viele Flocken und immer mehr und grössere,
Fredy Wettstein
19. Feb.1 Min. Lesezeit


100 Jahre Letzigrund
Das schöne Stadion, das nur für den Fussball so ungeeignet ist. Aber für Konzerte – Bruce! – und für das Leichtathletik-Meeting. Und mit einer Erinnerung an das erste Spiel, als Kind hinter dem Tor. Eine Einladung ins Sportpanorama am 22. Septembver 2025.
Fredy Wettstein
29. Sept. 20251 Min. Lesezeit


Bellerivestrasse, Zürich
Was ist denn mit dir? fragt Bruno, der Werber, seinen Freund Luca, den Architekten, als dieser zur Tür des Bistro im Zürcher Seefeld hereinkommt. Auf viertel nach acht hatten sie abgemacht, nach längerer Zeit wieder einmal zu ihrem Espresso*, zwanzig nach neun ist es jetzt, Bruno wollte längst wieder gehen, hat schon vier Espressi getrunken, wie immer Short Black, zwei Gipfeli dazu, was er sonst nie macht, und auch bereits bezahlt. Luca ist ausser Atem, die (wenigen) Haare wi
Fredy Wettstein
20. Aug. 20253 Min. Lesezeit


Gelateria, Küsnacht
Ich war kürzlich in Siena. Und es war einzigartig, himmlisch köstlich, das Gelati. Es blieb nicht bei dem einen, weil es so gut war. Und die Waage am anderen Tag unberührt. So etwas gibt es nur dort, in Siena, oder in Rom oder Mailand oder Palermo oder in der Toskana, einfach irgendwo in Italien. Denkt man, wenn man im Süden ist. Und jetzt stoppt meine rote Vespa fast jeden Ta, nicht ganz jeden, aber sehr oft hier. An der Seestrasse 175 in Küsnacht, am Ort, wo im Winter wiede
Fredy Wettstein
17. Aug. 20252 Min. Lesezeit


Kusen, Küsnacht
Eigentlich sollte man nicht darüber schreiben. Den Ort verschweigen. Oder ihn nur ganz, wirklich ganz lieben Freunden verraten und ihnen sagen: Ja, nicht weitersagen, bitte. Es ist nur ein Tipp für euch. Doch es ist zu spät. Es hat längst meistens zu viele Leute. Zu viele Kinder auch, vor allem zu viele Kinder, weil die Leute, die Familien, die kommen, jünger werden, deutsch und schweizerdeutsch wird immer weniger gesprochen. Nichts gegen Kinder, ich liebe sie, ich war auch K
Fredy Wettstein
14. Aug. 20252 Min. Lesezeit


Kleiderzimmer
Nimm bitte mich, sagt es, sehr liebevoll, es hängt im Schlafzimmer über dem Stuhl, frisch gewaschen, seine Farbe ist ein schönes Grün. Sicher nicht, sagt die Stimme aus dem Schrank nebenan, er hat es gehört, jetzt brauchst du mich. He, es ist Juli, es ist Sommer, das ist meine Zeit, dafür hast du mich damals gekauft, in deiner Boutique im Seefeld, bei Dani, du hattest wie immer nicht lange gezögert, ich habe dir sogleich gefallen und die Farbe steht dir. Willst du, dass er kr
Fredy Wettstein
6. Aug. 20252 Min. Lesezeit
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