«Mit linggs» von Pedro Lenz
- Fredy Wettstein
- 17. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Es ist WM, auch in Mexiko, auch im Aztekenstadion, und weil damit so manches in den Kopf kommt, über den Fussball von damals, und weil man dabei denkt, es fehlen heute Figuren von einst, auch weil es früher ein Turnier mit weniger Mannschaften war, mit 16 oder 24 und nicht 48, mit weniger Spielern, die man sich merken konnte, aber natürlich vor allem mit einem, und eben Mexiko, eben das Aztekenstadion, dieser 22. Juni 1986, ein Sonntag, Argentinien gegen England: Diego Armando Maradona und seine beiden Tore, mit dem Fuss und mit der Hand Gottes, und wie der uruguayische TV-Reporter auf der Tribüne in sein Mikrofon schrie: «Genio, genio, genio… ta, ta, ta gooooooool! Quiero llorar, Dios santo, viva el fútbal… golaaaazooo Diegoool.»
Alles das steht in spanisch auf zwei Seiten in diesem Buch, aber sonst ist alles auf Berndeutsch geschrieben, und dann heisst es: «Genie, Genie, Genie… Ta, ta, ta Gooooooool!I wett gränne, Heilige Gott, lang läb der Fuessbau… es Riiiiiiesegoou, Diegoooooooou.»
Es ist das Buch des Berner Mundartautors Pedro Lenz, «Mit linggs» in Anlehnung an Maradonas magischen linken Fuss. Es ist kein Roman, keine Biografie, es ist ein Langgedicht, ausser dem Prolog und dem Epilog geschrieben, als würde Maradona über sein Leben selber erzählen, in der Ich-Form, also doch irgendwie eine Biografie, eben die Geschichte dieses wenn nicht besten, dann sicher aussergewöhnlichsten Fussballer in der Geschichte. Sein Leben rhythmisch erzählt, wunderbar auf Lenz-Art.
Es lohnt sich, jetzt das Buch zu lesen, jetzt während der WM, die viel zu lange dauert, und es manche Gründe gäbe, einfach wegzusehen.
Und es keinen Maradona mehr gibt. Es gab nur ihn.
Pedro Lenz: «Mit linggs». - 118 Seiten.




Kommentare